Analyse der Veränderung des Energiegehaltes und Qualität der Rehnahrung im Jahresverlauf

Entsprechend Art. 43 (3) 1 BayJG ist der Revierinhaber verpflichtet, in der Notzeit für angemessene Wildfütterung zu sorgen. Als Notzeit gilt ein Zeitraum, in dem der Energiebedarf von Wildpopulationen nicht durch die vorhandene natürliche Äsung oder eigene Fettreserven gedeckt werden kann. Voraussetzung hierfür ist die Kenntnis des Energiebedarfes der zu betrachtenden Wildpopulation sowie auf der anderen Seite der aus der vorhandenen Äsung artspezifische Energiegewinn. Der Energiebedarf von Rehen wurde in einer Vielzahl von Untersuchungen ermittelt. Weitere Untersuchungen beschäftigten sich sehr intensiv mit der von Rehen aufgenommenen Vegetation sowie deren qualitativen Unterschiede in verschiedenen Habitaten und Jahreszeiten. In dieser Sammlung von Forschungsaktivitäten fehlen jedoch Ansätze, die den Energiegehalt der Rehnahrung im Jahresverlauf sowie im Vergleich zwischen intensiv landwirtschaftlichen Gebieten und  Gebieten mit Wald / Wiesenstrukturen analysieren. 

Ziel des Forschungsprojektes ist, im Rahmen einer Vorstudie die Veränderung des Energiegehaltes der Rehnahrung im Jahresverlauf zu erfassen. Dies wird exemplarisch in zwei Gebieten durchgeführt. Eines der Gebiete ist durch moderne intensive Landwirtschaft geprägt, das andere durch eine Gemengelage aus  Wald- und Wiesenflächen. Hierzu werden aus beiden Gebieten je 40 Proben aus Rehpansen gewonnen und mit den Standardverfahren der Futtermittelanalysen untersucht. Auf Grund der kurzen Verweildauer des Panseninhaltes beim Reh, wird mit den Pansenproben die erst kurz zuvor aufgenommen Nahrung erfasst. Um auch die Ernährungssituation der vergangenen Monate zu berücksichtigen, werden zusätzlich Proben von Schalen genommen und diese mit der Kohlenstoffanalyse ausgewertet. Vegetationsaufnahmen runden das Bild über Verfügbarkeit und Nutzung der Vegetation durch Rehe ab.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement  und dem Lehrstuhl für Tierernährung durchgeführt.  Projektkoordination, Probensammlung und Ergebnisinterpretation werden von der Arbeitsgruppe Wildbiologie durchgeführt, die Nahrungsanalysen vom Lehrstuhl für Tierernährung.